Es ist paradox. Es ist absurd. Es ist pervers. Eigentlich ist es weder zu verstehen noch zu erklären. Jean Ziegler versucht es dennoch. Er zeigt auf, wie Hunger als Waffe eingesetzt wird, wie groß die Macht des Marktes ist, wie mörderisch das System.
Während in manchen Teilen der Welt jährlich Millionen von Menschen verhungern, wird anderswo, auch bei uns in Europa, Nahrung vernichtet, um die Profite der Spekulanten auf dem Weltmarkt zu sichern. Nicht der Mangel an Nahrung tötet, sondern der soziale Mangel bringt die Menschen um, also die ungerechte Verteilung der vorhandenen Güter.
Und Ziegler sieht auch eine Lösung: nämlich in der Solidarität, in dem Sich-Nicht-Abfinden mit einer Weltwirtschaft, die derartigen Wahnsinn zulässt, ja hervorbringt. »Die mörderische Ordnung der Welt muss umgestürzt werden. Eine Horde wild gewordener Börsentrader, Spekulanten und Finanzbanditen hat eine Welt der Ungleichheit und des Schreckens errichtet. Denen müssen wir das Handwerk legen.« (Gabi Dorn)