Der Frage, wie den seit Jahrzehnten sich anbahnenden Megakrisen beizukommen wäre, geht Harald Welzer zusammen mit dem Politikwissenschaftler Claus Legge in dem Band »Das Ende der Welt, wie wir sie kannten« nach. Klimawandel, schwindende Energieressourcen, Umweltverschmutzung, Ernähungskrisen und das Wachstum der Bevölkerung signalisieren die Endlichkeit unseres Lebensstils.
Die herkömmliche Politik ist jedoch kaum in der Lage, diese Probleme in den Griff zu bekommen, denn »der kurze Zeittakt demokratischer Politik läuft einer langfristigen und nachhaltigen Problemlösung chronisch zuwider.« Wenn wir aber keinen Ausweg aus der herrschenden »Leit kultur der Verschwendung« finden, gerät die Demokratie selbst in Gefahr.
»In einer endlichen Welt ist unendliches Wachstum undenkbar«, schreiben Leggewie und Welzer, »dass man trotzdem denkt, das ginge, zeigt nur, dass Wachstum keine ökonomische Kategorie ist, sondern eine zivilreligiöse.«
Die Frage ist: Können unsere Demokratien sich so modernisieren, dass sie zukunftsfähig werden? Können wir das erreichte Niveau dafür nutzen, eine Form des Wirtschaftens und Lebens zu entwickeln, die nicht auf bloßes (Geld)Wachstum, sondern auf Gerechtigkeit,
Nachhaltigkeit und Lebensqualität setzt? So wollen die Autoren ihre Abrechnung mit der »westlichen Wirtschaftsform« als Plädoyer für eine Erneuerung der Demokratie von unten verstanden wissen, als Ermunterung für alle Initiativen, die andere Formen des Wirtschaftens und Lebens einüben. Wird die »große Transformation« gelingen? Worauf warten wir? (Moreau)